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Fragwürdiger Vorstoss in der Sozialhilfe

„Motivation statt Repression“ – unter dieser Bezeichnung überwies der Landrat am 26. April mit hauchdünnem Mehr und gegen die klare Empfehlung des Regierungsrats einen Vorstoss von der SVP. Tatsächlich soll mit diesem Vorstoss aber genau das Gegenteil einer Motivation gesetzlich festgeschrieben werden, nämlich eine allgemeine primäre Repression sämtlicher Sozialhilfebeziehenden mittels drastisch gekürzter Unterstützungsgelder. Die Annahme des Vorstosses zeugt von einer erschreckenden Ahnungslosigkeit der sozialen Wirklichkeit und einer grundsätzlichen menschenverachtenden Haltung. So sind z. B. etwa ein Drittel der Sozialhilfebeziehenden Kinder unter achtzehn Jahren! Ebenso missachtet der Entscheid die Arbeit der Sozialdienste und Sozialhilfebehörden in den Gemeinden. Der Kanton Baselland verfügt über ein differenziertes Sozialhilfegesetz und entsprechende Verordnungen. Vor rund zwei Jahren trat die grosse Teilrevision dieser Gesetzesvorlagen in Kraft, die nicht nur eine markante Kürzung der bisherigen Sozialhilfeunterstützung sondern auch klare und einschneidende Sanktionsmöglichkeiten bei Nichtwirkung vorgeben. Die Motivationsbeilage wurde abgeschafft, da sie sich als nicht mehr taugliches Instrument erwies. Die Frischluft Arlesheim stellt sich klar gegen diesen in allen Belangen äusserst fragwürdigen Vorstoss einer knappen Mehrheit im Baselbieter Landrat.

Rückblick Dorfrundgang – wo ist Arlesheim „einfach essbar“?

Von der Hand in den Mund – so schmecken Obst und Beeren doch am besten! Noch bis vor 50 Jahren wuchsen praktisch in jedem Garten Früchte und Gemüse. Heute hingegen dominieren bei uns Ziergärten, in denen nichts mehr essbares wächst. Nicht selten überwiegen gar exotische Zierpflanzen, so dass selbst Insekten und Singvögel nur noch wenig Nahrung finden. In jüngerer Zeit gibt es in Arlesheim wieder vermehrt Personen und Personengruppen, denen lokal produzierte Nahrungsmittel wichtig sind. Sie kultivieren Nutzpflanzen auf Grünflächen im Siedlungsgebiet und am Dorfrand.

Rund 30 interessierte Personen nahmen am Dorfrundgang vom 9. Juni zum Thema „essbare Gemeinde“ teil. Sie lernten Orte in Arlesheim kennen, wo Nutzpflanzen noch eine Rolle spielen. Der Rundgang fand bei prächtigem Wetter statt. Die Referate regten zu vielen Fragen an und führten zu einem spannenden Austausch von Ideen.