Israelische Luftangriffe treffen Flüchtlingslager im Zentrum des Gazastreifens

Israel bombardiert Flüchtlingslager in Zentral-Gaza – Bericht

Israelische Kampfflugzeuge haben Medienberichten zufolge zwei Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen bombardiert. Dies geschah im Rahmen einer groß angelegten Bodenoffensive gegen die Hamas-Miliz. Die betroffenen Lager, Nuseirat und Bureij, sind zwei von insgesamt acht städtischen Lagern, die von der UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) eingerichtet wurden, um Palästinenser aufzunehmen, die nach der Gründung Israels 1948 ihre Heimat verlassen mussten.
Bewohner der Lager berichteten der Associated Press, die Luftangriffe hätten in der Nacht von Freitag auf Samstag stattgefunden. Gleichzeitig rückten israelische Panzer im Rahmen einer Militäroffensive als Reaktion auf die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober, bei denen mehr als 1.000 Israelis getötet und über 200 als Geiseln genommen wurden, weiter in den zentralen und südlichen Gazastreifen vor.
Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza gab bekannt, dass in den letzten 24 Stunden 165 Palästinenser getötet wurden, womit die Gesamtzahl der Todesopfer seit dem 7. Oktober auf über 21.600 gestiegen ist. Laut UNRWA wurden die meisten der 2,3 Millionen Einwohner Gazas durch die Kämpfe vertrieben, viele flohen vor den vorrückenden israelischen Truppen in Richtung Süden.
Trotz einer wachsenden internationalen Kampagne für einen Waffenstillstand hat die US-Regierung am Freitag einen neuen Waffenverkauf an Israel genehmigt. Dies ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass die Biden-Administration den US-Kongress umgeht, um einen Notfall-Waffenverkauf an Israel zu genehmigen.
Gleichzeitig forderte Südafrika den Internationalen Gerichtshof auf, festzustellen, dass Israel mit seinem Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen gegen seine Verpflichtungen aus der Völkermordkonvention von 1948 verstoßen habe. Dies ist die erste derartige Herausforderung im aktuellen Konflikt, auf die das israelische Außenministerium als „unbegründet“ reagierte.
Das UN-Menschenrechtsbüro äußerte Anfang der Woche ernsthafte Besorgnis über die anhaltenden Bombardierungen im zentralen Gazastreifen. Sprecher Seif Magango warnte, dass „alle Straßen“, die Nuseirat, Bureij und das angrenzende Maghazi-Lager verbinden, zerstört worden seien, was die Hilfe für die Bedürftigen behindere. Zudem seien Unterkünfte und Krankenhäuser überfüllt und unzureichend ausgestattet.
Die Lage im Gazastreifen bleibt also äußerst besorgniserregend, während Israel seine Offensive gegen die Hamas fortsetzt. Die internationale Gemeinschaft fordert weiterhin einen sofortigen Waffenstillstand, um das Leiden der Zivilbevölkerung zu beenden und eine politische Lösung für den Konflikt zu finden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt und ob weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Eskalation der Gewalt einzudämmen.

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