Verwirrung um EU-Lebensmittelkennzeichnung nach Brexit

Briten nach Brexit verwirrt über „Nicht für EU“-Lebensmittelkennzeichnung

Britische Verbraucher sind verwirrt über die „Nicht für die EU“-Etikettierung von Lebensmitteln nach dem Brexit. Die neuen Regeln haben bei einigen britischen Käufern Verwirrung und sogar Abscheu ausgelöst, da Experten warnen, dass die neue Politik die Briten im Unklaren lässt und fälschlicherweise suggeriert, dass die Produkte nach niedrigeren Standards hergestellt werden.

Verwirrung um Kennzeichnungsvorschriften

Seit Oktober letzten Jahres müssen alle Fleisch- und einige Milchprodukte, die von Großbritannien nach Nordirland verkauft werden, die Kennzeichnung „Not for EU“ tragen. Diese Maßnahme wurde im Rahmen des Windsor-Abkommens zwischen Großbritannien und der EU eingeführt, um sicherzustellen, dass keine Waren in die Republik Irland, ein EU-Mitgliedstaat, gelangen.
Doch die britische Regierung geht noch weiter. Ab Oktober 2024 müssen auch alle Fleisch- und Milchprodukte, die im gesamten Vereinigten Königreich verkauft werden, mit dem Hinweis Nicht für die EU“ gekennzeichnet werden, um sicherzustellen, dass in Großbritannien verkaufte Lebensmittel auch in Nordirland verkauft werden dürfen. Diese Anforderung wird ab Juli 2025 auf weitere Produkte ausgeweitet.

Verwirrung der Verbraucher

Obwohl die Anforderungen für das gesamte Vereinigte Königreich erst später in diesem Jahr umgesetzt werden, scheinen sich einige Supermärkte in England bereits auf das Kennzeichnungssystem vorzubereiten, was zu Verwirrung bei den Käufern führt. Einige Verbraucher haben ihre Verwirrung über die Kennzeichnung bereits in sozialen Medien geäußert.
Ein Kunde, der überlegte, Milch zu kaufen, schrieb: „Auf meiner Milch steht jetzt ‚Nicht für die EU‘ – können Sie bestätigen, dass dies nur der britischen Bürokratie geschuldet ist und dass sie immer noch den EU-Sicherheitsstandards entspricht? Ich möchte nicht denken, dass es sich um ’spezielle‘ Brexit-Milch handelt, die für Europäer nicht sicher ist.“
Ein anderer Kunde beschwerte sich über Schinken in einem Supermarkt und schrieb: „Wir vermuten, dass er nicht den Lebensmittelsicherheitsstandards der EU entspricht. Gut genug für die kleinen Engländer, die sich mit zweitklassigen Produkten zufrieden geben“.

Keine Absenkung der Standards

Die Verbraucher können jedoch beruhigt sein, denn die Kennzeichnungen bedeuten keine Absenkung der Standards. Abgesehen von einigen Abweichungen bei Pestiziden haben sich die britischen Lebensmittelstandards seit dem Brexit kaum verändert.
Exporteure sind jedoch empört über das System, da die Kennzeichnung sie daran hindert, Produkte zu handeln, die sonst in der EU verkauft werden könnten.
Auch Ernährungsexperten sind wenig beeindruckt. „In einer Lebensmittelwelt, in der die Kennzeichnung viel zu wünschen übrig lässt und stark von der Politik beeinflusst wird, ist es einfach dumm von der Regierung, ein ‚Nicht für die EU‘-Label einzuführen“, sagt Tim Lang, emeritierter Professor für Lebensmittelpolitik an der City University of London. „Es sendet widersprüchliche Signale aus und wirft die verständliche Frage auf – nicht gut genug? Warum nicht für die EU? Wenn nicht für die EU, für wen dann? Für jemand anderen? Niedrigere oder höhere Standards? Die Verwirrung der Menschen ist nur allzu verständlich“.

Die Sicht der Supermärkte

Andrea Martinez-Inchausti, stellvertretende Direktorin für Lebensmittel beim British Retail Consortium, das alle großen Supermärkte Großbritanniens vertritt, zeigte sich gelassener. „Die Supermärkte bemühen sich, die Verbraucher über die Bedeutung der Kennzeichnung aufzuklären und sicherzustellen, dass die Produkte den gleichen hohen Standards entsprechen wie zuvor“, sagte sie.

Ausblick

Die Einführung der „Nicht für die EU“-Kennzeichnung hat bei den britischen Verbrauchern Verwirrung und Besorgnis ausgelöst. Die Kennzeichnung soll sicherstellen, dass Waren, die in Großbritannien verkauft werden, auch den in Nordirland geltenden Standards entsprechen. Die Verbraucher können jedoch beruhigt sein, dass die Kennzeichnung keine Absenkung der Standards bedeutet. Die britischen Lebensmittelstandards bleiben weitgehend unverändert. Dennoch bleiben Verwirrung und Unmut bei einigen Verbrauchern, da die Kennzeichnung Fragen aufwirft und die Befürchtung weckt, zweitklassig behandelt zu werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Verwirrung zu beseitigen und das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen.

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