Putins Angriff auf fast nackte Popstars in Russlands neuem Kulturkampf

Putins Angriff auf fast nackte Popstars in Russlands neuem Kulturkampf

Moskaus Kulturelite kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass der Kreml sie in Ruhe lässt.
Die Nachricht von einer extravaganten Partynacht in Moskau soll Präsident Wladimir Putin erreicht haben, dem die Szenen ein Dorn im Auge waren.
Von Eva Hartog, 8. Januar 2024, 4:00 Uhr MEZ
8 Minuten Lesezeit
In Moskau werden einige der bekanntesten russischen Prominenten am Neujahrstag mit einem Kater aufgewacht sein – nicht mit einem gewöhnlichen, sondern mit einem politischen.
Als die einflussreiche Influencerin Anastasia Ivleyeva Ende Dezember zu einer „Fast nackt“-Themenparty für russische Popkultur einlud, überschritt sie unwissentlich eine neue rote Linie.
Der anschließende Skandal, bei dem ein Partygast inhaftiert wurde und andere unter Druck gesetzt wurden, sich öffentlich zu entschuldigen, offenbart einen dramatischen Wandel in der Haltung des Kremls gegenüber der Showbusiness-Elite.
Dies geschieht zu einem kritischen Zeitpunkt für Russland, kurz vor dem zweiten Jahrestag seiner großangelegten Invasion der Ukraine im nächsten Monat und den Präsidentschaftswahlen im März.

Kritik an der Partei

Obwohl die private Party, die am 20. Dezember in einem Moskauer Nachtclub stattfand, alles andere als revolutionär war – selbst zu Sowjetzeiten galt das politische Zentrum Russlands als Hauptstadt der Ausschweifungen für die privilegierte Elite -, begann unter Militärbloggern ein Rumoren der Missbilligung, als die Partygäste Fotos ihrer knappen Outfits – durchsichtige Unterwäsche, teurer Schmuck und viel nackte Haut – online teilten.
Kurz darauf meldeten sich auch patriotische Vertreter zu Wort. Yekaterina Mizulina, ultra-patriotische Leiterin der Pseudo-NGO Safe Internet League, bezeichnete die Feier als „zynischen Akt… zu einer Zeit, in der unsere Männer in der militärischen Sonderoperation sterben und viele Kinder ihre Väter verlieren“. Die Party sei ein „Schuss ins eigene Bein“ der Regierung.

Kritik und Untersuchungen

Maria Butina, eine ehemalige russische Agentin, die in den USA verurteilt und ausgewiesen wurde, forderte die Strafverfolgungsbehörden auf, die Party auf „Anzeichen von LGBT-Propaganda“ und die Untergrabung traditioneller Werte zu untersuchen. Obwohl die Gäste längst verschwunden waren, wurde der Moskauer Club Mutabor von der Polizei durchsucht.
Russlands Angriff auf die Ukraine ging einher mit einem verschärften Vorgehen gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft im eigenen Land, einschließlich eines erweiterten Gesetzes gegen die Förderung „nicht-traditioneller“ sexueller Beziehungen. Die Behörden stellen dies als existenziellen Kampf gegen dekadente westliche Werte dar.
Die Nachricht von der ausschweifenden Partynacht soll Präsident Wladimir Putin erreicht haben. Besonders beleidigend für den Präsidenten waren laut dem Investigativmedium Agentsvо Bilder von Partygästen, die angeblich Oralsex mit dem Rapper Nikolai Vasilyev (Künstlername Vacío) simulierten. Vasilyev trug nur eine weiße Socke, die seine Genitalien bedeckte.
In seiner Verteidigung gab Vasilyev an, sein Kostüm sei von einem Auftritt der Red Hot Chili Peppers inspiriert gewesen. In einem Geständnisvideo aus dem Gefängnis betonte er, dass er die LGBTQ+-Gemeinschaft nicht unterstütze und keine „Propaganda“ für sie machen wolle.
Dennoch verurteilte ihn ein Moskauer Gericht wegen „LGBT-Propaganda“ zu 15 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 200.000 Rubel – etwa 2.000 Euro.

Ein Ablenkungsmanöver?

Putins Sprecher weigerte sich, den Vorfall zu kommentieren. Doch unabhängig von der direkten Rolle des Kremls
Putins Angriff auf fast nackte Popstars in Russlands neuem Kulturkampf
Moskaus Kulturelite kann nicht mehr darauf hoffen, dass der Kreml sie in Ruhe lässt.
Die Nachricht von einer ausschweifenden Partynacht in Moskau soll Präsident Wladimir Putin erreicht haben, dem die Szenen ein Dorn im Auge waren.
Von Eva Hartog, 8. Januar 2024, 4:00 Uhr MEZ
Lesezeit: 8 Minuten
In Moskau werden einige der bekanntesten russischen Persönlichkeiten am Neujahrstag mit einem politischen Kater aufgewacht sein.
Als die einflussreiche Influencerin Anastasia Ivleyeva Ende Dezember zu einer „Fast Naked“-Party für russische Popkultur einlud, überschritt sie unwissentlich eine neue Grenze.
Der anschließende Skandal, der zur Inhaftierung eines Partygastes und zu öffentlichen Entschuldigungen anderer führte, offenbart einen dramatischen Wandel in der Haltung des Kremls gegenüber der Showbusiness-Elite.
Für Russland kommt dies zu einem kritischen Zeitpunkt, da sich im nächsten Monat der Einmarsch in die Ukraine zum zweiten Mal jährt und im März Präsidentschaftswahlen anstehen.

Kritik an der Partei

Obwohl die private Party, die am 20. Dezember in einem Moskauer Nachtclub stattfand, alles andere als revolutionär war – selbst zu Sowjetzeiten galt das politische Zentrum Russlands als Hauptstadt der Ausschweifungen für die privilegierte Elite -, begannen militante Blogger ihre Missbilligung auszudrücken, als die Teilnehmer Fotos ihrer knappen Outfits – durchsichtige Unterwäsche, teurer Schmuck und viel nackte Haut – online teilten.
Kurz darauf meldeten sich auch patriotische Vertreter zu Wort. Yekaterina Mizulina, ultra-patriotische Leiterin der Pseudo-NGO Safe Internet League, bezeichnete die Party als „zynischen Akt… zu einer Zeit, in der unsere Männer in der militärischen Sonderoperation sterben und viele Kinder ihre Väter verlieren“. Die Party sei ein „Schuss ins eigene Bein“ der Regierung.

Kritik und Untersuchung

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