Ryanair-Chef O’Leary bezeichnet Single European Sky als Zeitverschwendung

Single European Sky? „Zeitverschwendung“, sagt Ryanair-Chef O’Leary

Der Chef des Billigfliegers Ryanair, Michael O’Leary, hat den Single European Sky (SES2+) – das letzte Luftfahrtpaket, das in dieser Legislaturperiode des Europäischen Parlaments verhandelt werden soll – als „Zeitverschwendung“ bezeichnet. Seit seiner Einführung im Jahr 2004 sei der Single European Sky 20 Jahre lang ein Thema gewesen und werde es auch die nächsten 20 Jahre bleiben. O’Leary, CEO der Ryanair-Gruppe, erklärte, er habe „keine Zeit für den Single European Sky“ und könne sich „nicht weniger darum kümmern“.

Die Ziele der SES2+ Reform

Die SES2+ Reform zielt darauf ab, die regulatorische Fragmentierung des EU-Luftraums zu verringern. Die Reform wurde erstmals 2013 vorgeschlagen und von der aktuellen Kommission wieder aufgegriffen, steckt aber in den interinstitutionellen Verhandlungen fest. Viele Länder sind skeptisch, ihre nationale Lufthoheit an eine europäische Behörde abzugeben, und es gibt auch Vorbehalte gegen eine Aufsichtsbehörde, die die nationalen Luftverkehrssysteme überwacht.

Forderungen und Kritik von Ryanair

Statt sich für eine ehrgeizige Vereinheitlichung des europäischen Luftraums einzusetzen, fordert O’Leary die Europäische Kommission auf, Maßnahmen zur Lösung der aktuellen Probleme seiner Fluggesellschaft zu ergreifen. Insbesondere kritisiert er die Streiks der Fluglotsen, die den Luftraum über Ländern wie Frankreich lahm legen. O’Leary beklagte, dass der Flugverkehr in Frankreich im vergangenen Jahr an 57 Tagen wegen Streiks zum Erliegen gekommen sei. Er wirft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der übrigen EU-Bürokratie Untätigkeit vor. Er fordert Maßnahmen zum Schutz von Überflügen, also die Möglichkeit, ein Land auch dann überfliegen zu können, wenn dort die Fluglotsen streiken. Eine solche Initiative, so O’Leary, würde die Zahl der Flugausfälle um fast 90 Prozent reduzieren und von 26 der 27 EU-Staaten begrüßt werden.

Reformen und Forderungen der Luftfahrtindustrie

Paris hat kürzlich eine Reform eingeführt, die Fluglotsen verpflichtet, die Behörden mindestens 48 Stunden vor einem Streik zu informieren. Diese Maßnahme wurde von der in Brüssel ansässigen Lobbyorganisation Airlines for Europe (A4E), der auch Ryanair angehört, begrüßt. O’Leary kündigte außerdem die Vorlage von 2,1 Millionen Unterschriften an, die eine EU-Maßnahme zum Schutz von Überflügen fordern. Das sind 500.000 Unterschriften mehr als bei der letzten Übergabe der Petition durch O’Leary in Brüssel am 7. September. Damals wurde er von einer Frau, die gegen die Emissionen der Luftfahrt protestierte, mit einer Torte im Gesicht angegriffen.

Kritik an der EU-Kommission und Ausblick

O’Leary übte scharfe Kritik an der Kommission von der Leyen und bezeichnete sie als „zweifellos die schlechteste Kommission in der Geschichte der EU-Kommission“. Dennoch hoffe er auf einen Wechsel nach den Europawahlen im Juni. Allerdings erwarte er nicht, dass in naher Zukunft viel passieren werde. Dennoch hoffe er, dass von der Leyen in einer weiteren Amtszeit mehr unternehmen werde als in den ersten vier Jahren, die „ziemlich kläglich“ gewesen seien, so O’Leary.

Fazit

Der Single European Sky (SES2+) wird weiterhin von Ryanair-Chef Michael O’Leary kritisiert. Er hält die Reform für Zeitverschwendung und fordert stattdessen konkrete Maßnahmen zum Schutz von Überflügen bei Streiks im Luftverkehr. O’Leary kritisiert die EU-Kommission und deren Präsidentin Ursula von der Leyen scharf als unwirksam. Er fordert, dass die EU Maßnahmen ergreift, um den Flugverkehr während Streiks aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen auf Fluggesellschaften wie Ryanair zu minimieren. Die Reform des einheitlichen europäischen Luftraums steckt derzeit in den Verhandlungen fest, da viele Länder zögern, die Kontrolle über ihren Luftraum an eine europäische Behörde abzugeben. O’Leary hofft auf Veränderungen nach den Europawahlen, ist aber skeptisch, dass in naher Zukunft viel passieren wird. Trotz aller Kritik bleibt der Single European Sky ein wichtiges Thema in der Luftfahrtbranche und wird weiter diskutiert.

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