Chinas Xi Jinping verspricht trotz politischer Spannungen Brücken nach Europa zu bauen

Chinas Xi Jinping verspricht trotz politischer Spannungen Brücken nach Europa zu bauen

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat bei einem Treffen mit dem belgischen Premierminister Alexander De Croo in Peking versprochen, trotz der politischen Spannungen „Brücken“ nach Europa zu bauen. Dieses Versprechen kommt zu einer Zeit, in der das chinesische Verteidigungsministerium davor warnt, die Unabhängigkeitsbestrebungen Taiwans „niederzuschlagen“.
Xi sagte: „Angesichts der turbulenten internationalen Lage müssen mehr ‚Brücken‘ zwischen China und Europa gebaut werden. Beide Seiten sollten enger zusammenarbeiten … und gemeinsam Frieden, Stabilität und Wohlstand in der Welt fördern“, hieß es in einer Erklärung der chinesischen Regierung nach dem Treffen mit De Croo.
Xis Aufruf zur Annäherung kommt kurz vor den heiß umkämpften Wahlen in Taiwan, das China als abtrünnige Region betrachtet. In einem knappen Rennen stehen sich die Demokratische Fortschrittspartei, die für die Souveränität Taiwans eintritt, und die Kuomintang-Partei, die einen freundlicheren Kurs gegenüber Peking verfolgt, gegenüber.
China und die EU stehen sich in Fragen wie dem Krieg in der Ukraine und Wirtschaftsstreitigkeiten gegenüber, wobei europäische Unternehmen in Handelskonflikte zwischen den USA und China verwickelt sind.
Xis Außenminister Wang Yi sagte am Donnerstag, er hoffe, dass Belgien, das vor kurzem die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat, dazu beitragen werde, die Zusammenarbeit zwischen China und Europa zu vertiefen. Gleichzeitig rief er zu „neuen Perspektiven“, einem „neuen Anfang“ und einer „neuen Reise“ in den Beziehungen zwischen China und Belgien sowie China und der EU auf. Wang äußerte sich bei einem Empfang in der belgischen Botschaft in Peking, an dem auch De Croo und die belgische Außenministerin Hadja Lahbib teilnahmen.
De Croo wurde während seines zweitägigen Staatsbesuchs in China von der chinesischen Führung mit großer Begeisterung empfangen. Zuvor hatte der belgische Premierminister Premierminister Li Qiang und den Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses, Zhao Leji, getroffen.

Ausblick auf die Wahlen in Taiwan

Die bevorstehenden Wahlen in Taiwan sind für die Beziehungen zwischen China und der Insel von großer Bedeutung. China betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums und hat wiederholt gedroht, Unabhängigkeitsbestrebungen mit militärischer Gewalt zu unterdrücken.
Der Wahlkampf in Taiwan ist ein enges Rennen zwischen der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) und der Kuomintang-Partei (KMT). Die DPP tritt für die Unabhängigkeit Taiwans ein, während die KMT eine freundlichere Haltung gegenüber Peking einnimmt.
Der Ausgang der Wahlen wird voraussichtlich Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen China und Europa haben. Die EU hat in der Vergangenheit ihre Unterstützung für Taiwan zum Ausdruck gebracht und sich gegen Chinas Einmischung in taiwanische Angelegenheiten ausgesprochen.

Europäisch-chinesische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen China und der EU waren in letzter Zeit von politischen Spannungen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen geprägt. Der Krieg in der Ukraine hat zu wachsendem Misstrauen geführt, und europäische Unternehmen sind von den Handelskonflikten zwischen den USA und China betroffen.
Xi Jinping und andere chinesische Regierungsvertreter haben wiederholt betont, dass sie an einer engeren Zusammenarbeit mit Europa interessiert sind. Sie erhoffen sich eine bessere wirtschaftliche Integration und mehr kulturellen Austausch.
Die EU steht jedoch vor der Herausforderung, die Menschenrechtssituation in China anzusprechen und gleichzeitig wirtschaftliche Beziehungen zu pflegen. Die Frage der Menschenrechte und der Demokratie bleibt ein wichtiges Thema in den Beziehungen zwischen China und Europa. Die EU hat wiederholt ihre Besorgnis über die Menschenrechtssituation in China zum Ausdruck gebracht und betont, dass diese Themen in den bilateralen Beziehungen angesprochen werden müssen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Europa von großer Bedeutung. China ist für viele europäische Länder ein wichtiger Handelspartner, und es bestehen weiterhin Möglichkeiten für eine verstärkte Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Investitionen und Technologie.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Beziehungen zwischen China und Europa entwickeln werden, insbesondere angesichts der politischen Spannungen und der bevorstehenden Wahlen in Taiwan. Xi Jinpings Äußerungen signalisieren jedoch den Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit und einem konstruktiven Dialog zwischen China und Europa, um gemeinsame Herausforderungen anzugehen und Brücken zu bauen. Es bleibt zu hoffen, dass beide Seiten in der Lage sein werden, ihre Differenzen zu überwinden und auf eine kooperative und positive Zukunft hinzuarbeiten.

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