Frankreich schließt Botschaft in Niger: Eine Ära geht zu Ende

Frankreich schließt Botschaft im Niger

Frankreich hat seine Botschaft in Niger offiziell geschlossen, wie das französische Außenministerium am Dienstag mitteilte. Der ungewöhnliche Schritt verdeutlicht die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die sich nach dem Putsch im Sommer verschlechtert haben. Paris musste seine Truppen aus dem afrikanischen Land abziehen.
Die Beziehungen zwischen der ehemaligen Kolonialmacht Paris und Niamey hatten sich nach der Machtübernahme einer Militärjunta im Juli deutlich verschlechtert. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte den gewählten Machthaber Mohamed Bazoum weiterhin unterstützt.
Abzug der französischen Truppen
Im September kündigte Macron an, dass Frankreich seine 1.500 Soldaten bis Ende 2024 schrittweise abziehen werde. Laut Le Monde haben bis zum 22. Dezember alle französischen Truppen den Niger verlassen. Die militärische Ausrüstung sei im Tschad gelagert, wo Frankreich eine Militärpräsenz unterhält, und werde noch in diesem Monat auf französischen Boden zurückgebracht.
Ende einer Ära
Mit dem Rückzug aus Niger geht für Frankreich eine Ära zu Ende, die von militärischen Interventionen zur Terrorismusbekämpfung in der westafrikanischen Sahelzone geprägt war. In den vergangenen Jahren musste sich Paris auch aus Nachbarländern wie Burkina Faso und Mali zurückziehen, unterhielt dort aber weiterhin Botschaften.
Unhaltbare Situation
Die Situation in Niger sei jedoch unhaltbar geworden, so die Regierung. „In den letzten fünf Monaten war unsere Botschaft schwersten Behinderungen ausgesetzt, die es ihr unmöglich machten, ihre Aufgaben zu erfüllen: Blockaden rund um die Botschaft, Reisebeschränkungen für das Personal und die Zurückweisung aller diplomatischen Mitarbeiter, die nach Niger reisen sollten, was eine klare Verletzung des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen darstellt“, erklärte das Ministerium.
Die Botschaft in Paris wird die Kontakte zu den französischen Staatsbürgern vor Ort und zu den humanitären Nichtregierungsorganisationen aufrechterhalten, die weiterhin von Frankreich finanziert werden, um den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen direkte Hilfe zukommen zu lassen.
Die Schließung der französischen Botschaft in Niger ist ein deutliches Zeichen für die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern nach dem Staatsstreich im Sommer. Frankreich zieht seine Truppen aus dem afrikanischen Land ab und beendet damit eine Ära militärischer Interventionen zur Terrorismusbekämpfung in der Sahelzone. Die unhaltbare Situation vor Ort zwang Frankreich zu diesem Schritt, da die Botschaft in den vergangenen Monaten stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Botschaft in Paris wird jedoch weiterhin mit den französischen Bürgern und den NRO in Verbindung bleiben, um die Hilfe für die schwächsten Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten.

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