Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes: Kommission unternimmt ersten Schritt zur Bejagung des Wolfes

Kommission schlägt Herabstufung des Schutzstatus für den Wolf vor

Die Europäische Kommission hat heute angekündigt, den internationalen Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzustufen. Diese Entscheidung basiert auf neuen Daten über die wachsenden Wolfspopulationen und deren Auswirkungen. Derzeit sind Wölfe nach der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der Berner Konvention streng geschützt, d.h. sie dürfen nicht gefangen oder getötet werden, es sei denn, sie stellen eine Gefahr für Menschen oder Nutztiere dar.
Würde der Status der Wölfe von „streng geschützt“ auf „geschützt“ geändert, könnten jagdliche Aktivitäten erlaubt werden. Bevor der Vorschlag offiziell der Berner Konvention vorgelegt wird, holt die Kommission nun die Zustimmung der Mitgliedsländer ein.
Jagd- und Bauernverbände hatten in Brüssel gefordert, den Schutzstatus des Wolfes zu ändern, um mehr Tiere töten zu dürfen. Landwirte stünden unter enormem Druck, ihre Nutztiere zu schützen. Auch die Europäische Volkspartei von Bundeskanzlerin Ursula von der Leyen hat angesichts der steigenden Zahl von Wolfsrissen Alarm geschlagen. Sie versucht, sich vor der Europawahl im kommenden Jahr als Verteidigerin der Landwirtschaft und des ländlichen Raums zu positionieren. Von der Leyens eigenes Pony wurde im vergangenen Jahr in Deutschland von einem Wolf getötet.
Umweltaktivisten haben diese Woche einen Brief an die Kommission geschrieben, in dem sie kritisieren, dass „eine politische Entscheidung in einer so wichtigen Frage intransparent vorbereitet wird“. Sie betonen, dass „jede Entscheidung, den Schutzstatus des Wolfes zu ändern, auf verlässlichen wissenschaftlichen Daten basieren muss“. Die Kommission behauptet, ihre Entscheidung beruhe auf einer „gründlichen Analyse“ des Status des Wolfes in der EU.
Die Entscheidung der Kommission hat kontroverse Reaktionen ausgelöst. Befürworter der Herabstufung argumentieren, dass Landwirte dadurch ihre Nutztiere besser schützen und die wachsende Wolfspopulation unter Kontrolle halten könnten. Gegner hingegen befürchten, dass eine Herabstufung des Schutzstatus zu vermehrten Abschüssen von Wölfen führen und den langfristigen Erhalt der Art gefährden könnte.
Die Kommission muss nun die weitere Entwicklung dieses Vorschlags beobachten, der eine Debatte über den Umgang mit Beutegreifern und den Schutz der Biodiversität in Europa auslösen wird. Es bleibt abzuwarten, wie die Mitgliedsstaaten auf diesen Vorschlag reagieren und ob er letztendlich umgesetzt wird.
Die Entscheidung der Kommission ist ein wichtiger Schritt in der Diskussion um den Schutzstatus des Wolfes. Sie wird sicherlich weiterhin kontrovers diskutiert werden und Auswirkungen auf die Bemühungen um den Erhalt der Biodiversität und das Zusammenleben von Mensch und Wildtier in Europa haben.

Leave a Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert