Paris kontert Fußballboss: Verleumdungsvorwürfe wegen Rassismus

Verleumdung“: Paris kontert Rassismus-Vorwürfe gegen Fußball-Boss

Die Bemühungen von Paris Saint-Germain, sein Stadion zu kaufen, entwickeln sich zu einem Wortgefecht. Ein stellvertretender Bürgermeister der französischen Hauptstadt beschuldigte PSG-Boss Nasser al-Khelaifi der Verleumdung, nachdem der katarische Fußball-Tycoon behauptet hatte, die Weigerung der Stadt, PSG ein Fußballstadion zu verkaufen, beruhe auf Rassismus.

Hintergrund

Al-Khelaifi möchte das Parc des Princes-Stadions kaufen, das der katarischen Fußballmannschaft gehört und derzeit von der Stadt Paris gepachtet ist. Einige Beamte der Stadt sind jedoch gegen den Verkauf des Stadions an ein privates Unternehmen. Die hitzigen Verhandlungen gerieten ins Stocken und eskalierten zu einem Wortgefecht.

Die Vorwürfe al-Khelaifis

In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Parisien sagte al-Khelaifi am Dienstag: „Einige Stadtväter sagen ‚Lasst uns die Verhandlungen wieder aufnehmen‘, andere sagen ‚Wir verkaufen nicht an Katar'“. Der PSG-Präsident fragte sich: „Ist es, weil wir Araber sind? Ist es legal, das zu sagen? Auf die Frage, ob er die Situation als rassistisch empfinde, antwortete al-Khelaifi: „Ich denke schon. Vielleicht sollte sich ein Richter damit befassen.

Die Antwort des Vizebürgermeisters

Der stellvertretende Bürgermeister David Belliard von den Grünen, der zuvor erklärt hatte, er werde „jeden Verkauf“ des Stadions ablehnen, reagierte prompt in einer Stellungnahme gegenüber derselben Zeitung: „Mich einen Rassisten zu nennen, ist eine Verleumdung und wird der Bedeutung der Debatte, die hier auf dem Spiel steht, nicht gerecht“, sagte Belliard und fügte hinzu, er sei gegen den Verkauf des Parc des Princes „an private Interessen, egal welcher Nationalität“. „Ich bin der Meinung, dass er Gemeinschaftseigentum bleiben sollte und daher auch Gemeinschaftseigentum sein sollte“, so der Beamte.

Die Bemühungen der PSG

Seit der Übernahme durch Qatar im Jahr 2011 versucht PSG, die Kapazität des Parc des Princes-Stadions, das derzeit rund 48.000 Zuschauer fasst, zu erhöhen, um seinen globalen Ambitionen gerecht zu werden. Seitdem ist der Verein zum Aushängeschild der Sportdiplomatie des Golfstaates geworden und zählt zu den mächtigsten Institutionen der Fußballwelt. PSG hat Hunderte von Millionen Euro ausgegeben, um einige der besten Spieler des Sports zu kaufen.

Die Verhandlungen und die Position von PSG

Ursprünglich drehten sich die Gespräche zwischen dem Verein und der Stadt um den Ausbau des Stadions auf eine Kapazität von 60.000 Plätzen. 2015 soll PSG Interesse am Kauf des Stadions bekundet haben. Der von der Stadt Paris geforderte Preis von damals weniger als 100 Millionen Euro sei dem Verein jedoch zu hoch gewesen, da er bereits 75 Millionen Euro für die Renovierung des Stadions ausgegeben habe, so Le Parisien.
Das Thema kam im November 2022 wieder auf, als die Pariser Stadtväter ein 40-Millionen-Euro-Angebot von PSG für den Kauf des Stadions ablehnten – ein Angebot, das der stellvertretende Bürgermeister Emmanuel Grégoire als „nicht seriös“ bezeichnete. Seitdem ruhen die Verhandlungen, doch PSG gibt nicht auf. „Sie wollen das Stadion nicht verkaufen und wir müssen es kaufen“, sagte al-Khelaifi in seinem Interview am Dienstag. „Alle anderen großen Klubs haben ihre eigenen Stadien. Wenn man ein sehr großer Klub sein will, muss man bestimmte Bedingungen erfüllen.“

Die Reaktion der Öffentlichkeit

Die Kontroverse hat öffentliche Aufmerksamkeit erregt und eine Debatte über den Einfluss privater Unternehmen im Sport ausgelöst. Einige unterstützen die Position der Stadt Paris und argumentieren, dass ein öffentliches Stadion in kommunalem Besitz bleiben sollte, um sicherzustellen, dass es für die Gemeinschaft zugänglich bleibt. Andere sehen PSG als eine der erfolgreichsten Fußballmannschaften der Welt und glauben, dass der Verein das Recht hat, sein eigenes Stadion zu besitzen, um seine Ambitionen zu verwirklichen.

Ausblick auf die Verhandlungen

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen zwischen Paris Saint-Germain und der Stadt Paris entwickeln werden. Die Verleumdungs- und Rassismusvorwürfe haben die Spannungen erhöht und könnten die Gespräche weiter erschweren. Es ist davon auszugehen, dass beide Seiten auf ihren Positionen beharren werden, was zu einem langwierigen Prozess führen könnte.
Es ist klar, dass sowohl PSG als auch die Stadt Paris ihre Interessen schützen wollen. Während PSG sein eigenes Stadion besitzen möchte, um seine globale Präsenz weiter auszubauen, wollen die Verantwortlichen der Stadt sicherstellen, dass das Stadion ein öffentliches Gut bleibt und der Allgemeinheit zugute kommt. Wie dieser Konflikt letztendlich gelöst wird, wird die Zukunft des Parc des Princes und die Beziehung zwischen dem Verein und der Stadt Paris bestimmen.

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