Politico 2024: Die Backhanded Awards

Politico 2024: Die Backhanded Awards

Die jährlichen Backhanded Awards von Politico sind wieder da und enthüllen, wer im Jahr 2023 in der politischen Arena eine zweifelhafte Leistung vollbracht hat. Hier sind die Gewinner und ihre „Auszeichnungen“:

Beste Leistung einer deutschen Politikerin, die vorgibt, Europas Präsidentin zu sein

Gewinnerin: Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, erlebt eine enttäuschende Zeit. Egal wie sehr sie versucht, Macht zu projizieren und auszuüben, sie stößt immer wieder auf eine Mauer.
Im Oktober musste sie feststellen, dass sie nicht einmal die israelische Flagge am Berlaymont hissen konnte, ohne dass sich die Hälfte der EU27 darüber beschwerte. Und dann ist da noch der verhasste „le Belge“, auch bekannt als der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, der sich anmaßt, als Präsident Europas aufzutreten. Der Besuch im Weißen Haus im Oktober hätte von der Leyens großer Moment werden sollen. Schließlich ist sie Amerikas Liebling. Aber dann musste Michel kommen (wenigstens trug er keinen komischen Rollkragenpullover).
Und die Medien? Sie versuchen ständig, ihre schmutzigen Hände an die Textnachrichten zu bekommen, die sie während der Verhandlungen mit dem CEO von Pfizer über Impfstoffe während der Pandemie verschickt hat. Dabei wollen sie eigentlich nur ihre größte Errungenschaft beschmutzen: die monumentale Beschaffung von Millionen von Impfdosen, die die EU vor der Pandemie gerettet hat. Niemand versucht, an Viktor Orbáns SMS zu kommen! Das Leben als Präsidentin der Europäischen Kommission ist so unfair.

Beste Darstellung eines Russen, der Russe ist

Gewinner: Wladimir Putin
Niemand versteht es besser, Europa zu spielen, als Wladimir Putin. Gerade wenn man denkt, man hätte ihn durch die Vordertür (Deutschland) abgewiesen, kommt er schon durch die Hintertür (Bulgarien). Die Sanktionen sind zwar lästig, aber mit Hilfe der europäischen Freunde läuft die Wirtschaft immer noch – nach Putins eigenen Angaben mit einer Wachstumsrate von 3 Prozent im Jahr 2023.
Der Krieg in der Ukraine war für den russischen Präsidenten ein Desaster, und doch suchen immer mehr europäische Staatschefs, wenn man Giorgia Meloni glauben darf, nach einem „Ausweg“. Mit einem Netzwerk von wirtschaftlichen und politischen Verbündeten von Bulgarien über Ungarn bis Österreich und darüber hinaus weiß Putin, dass die Zeit auf seiner Seite ist.

Spionagepreis „Das Leben der Anderen

Preisträger: Kyriakos Mitsotakis
Nicht viele Politiker würden es überleben, wenn bekannt würde, dass ihr Geheimdienst versucht hat, Oppositionelle und Journalisten auszuspionieren. Doch der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis ist kein gewöhnlicher Politiker.
Als Spross einer kretischen Politdynastie und Harvard-Absolvent schaffte es Mitsotakis, Chef der konservativen griechischen Partei Nea Dimokratia, nicht nur, den als „Predatorgate“ bekannten Skandal zu entschärfen – er wurde auch wiedergewählt und beteuerte seine Unschuld.
Die Spionagesoftware Predator, nach der der Skandal benannt ist, gibt dem Angreifer vollen Zugriff auf das Handy des Opfers. Dabei handelt es sich nicht um eine Anwendung, die man im App Store kaufen kann. Wie Predator auf fast 100 Geräten in Griechenland gelandet ist, die hauptsächlich hochrangigen Regierungsbeamten, Geschäftsleuten und Journalisten gehören, bleibt ein Rätsel, das vielleicht nie gelöst wird.
Im vergangenen Monat leiteten die griechischen Behörden strafrechtliche Ermittlungen gegen Vorstandsmitglieder der Nea Dimokratia ein, nur um sie kurz darauf wieder auf freien Fuß zu setzen. Mitsotakis ist es gelungen, den Skandal abzuschütteln und seine politische Karriere fortzusetzen. Ein wahrer Meister des politischen Überlebens.

Die diplomatische Fehlleistung des Jahres

Gewinner: Josep Borrell
Josep Borrell, der Hohe Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, hatte im Jahr 2023 einige peinliche Momente. Sein diplomatisches Geschick wurde auf die Probe gestellt und er konnte nicht überzeugen.
Eine seiner denkwürdigsten Niederlagen war seine Reise nach Moskau, um den russischen Außenminister zu treffen. Statt ein Zeichen der Stärke zu setzen, wurde er zum Spielball der russischen Propagandamaschinerie. Das Treffen endete mit einer öffentlichen Demütigung, als Borrell vor laufenden Kameras von seinem russischen Kollegen Lawrow zurechtgewiesen wurde.
Doch Borrells Pechsträhne nahm kein Ende. Bei einem Besuch in Lateinamerika wollte er seine Unterstützung für die Demokratie in Venezuela zum Ausdruck bringen. Stattdessen wurde er von der venezolanischen Regierung ausgewiesen und zur „persona non grata“ erklärt.

Umweltaktivistin des Jahres

Gewinnerin: Greta Thunberg
Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg hat auch im Jahr 2024 ihre Stimme erhoben und die Welt auf den Klimawandel aufmerksam gemacht. Mit ihrem Charisma und ihrer Fähigkeit, Menschen zu mobilisieren, hat sie eine globale Bewegung inspiriert und politische Entscheidungsträger zum Handeln aufgefordert.
Trotz Kritik und Gegenreaktionen hat Thunberg ihr Engagement für den Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel nie aufgegeben. Sie nahm an internationalen Konferenzen teil, hielt Reden und ermutigte junge Menschen auf der ganzen Welt, sich für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen.
Greta Thunberg ist nach wie vor eine wichtige Stimme in der Klimabewegung und hat entscheidend dazu beigetragen, das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen.

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