Pornhub, Xvideos und Stripchat: EU verschärft Regulierung von Online-Inhalten

Pornhub, Xvideos und Stripchat müssen sich der strengsten EU-Regelung für Online-Inhalte stellen

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch angekündigt, dass drei der größten Porno-Websites Europas ab April 2024 strengere Regeln für die Moderation schädlicher Inhalte einhalten müssen, da ihnen sonst hohe Geldbußen drohen. Die Websites Pornhub, Xvideos und Stripchat wurden von der Kommission als „sehr große Online-Plattformen“ eingestuft, die durchschnittlich von mehr als 45 Millionen Europäern pro Monat besucht werden. Im Rahmen des Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union müssen diese Pornoseiten zusätzliche Verpflichtungen erfüllen, um illegale und schädliche Inhalte zu bekämpfen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Umsatzes.

Druck auf Pornoseiten wegen illegaler Inhalte

Unternehmen wie Pornhub stehen zunehmend in der Kritik, nicht genug zu tun, um illegale Inhalte wie Videos von Kindesmissbrauch und nicht einvernehmlichen Austausch intimer Inhalte auf ihren Plattformen zu unterbinden. Regulierungsbehörden und Politiker in Europa drängen sie außerdem, Maßnahmen zur Altersüberprüfung der Nutzer einzuführen, um Minderjährigen den Zugang zu ihren Seiten zu verwehren.

Erfolge für die Europäische Kommission

Die Entscheidung der Europäischen Kommission ist ein Sieg für sie. Die EU stand in Konflikt mit einigen großen Porno-Plattformen, die in den letzten Monaten argumentiert hatten, dass sie die monatlichen Besucherschwellen nicht erreichten und daher keinen zusätzlichen Regeln zur Inhaltsmoderation unterworfen werden sollten. Pornhub gab an, monatlich 33 Millionen Nutzer zu haben, während Stripchat angab, monatlich von fast 32 Millionen Europäern besucht zu werden. Xvideos hielt die Frist für die Veröffentlichung von Informationen über die Nutzerzahlen nicht ein und gab später an, mehr als 160 Millionen Nutzer in der EU zu haben.

DSA und die Verantwortlichkeit von Plattformen

Im April hat die Kommission insgesamt 19 sehr große Online-Plattformen benannt, darunter soziale Medien wie Facebook, Instagram und TikTok. Diese Unternehmen müssen konkrete Maßnahmen zur Eindämmung von Online-Risiken wie Gewalt gegen Frauen und Jugendschutz vorschlagen und sich externen Audits unterziehen. Die Kommission wird die Einhaltung dieser Regeln durch die sehr großen Online-Plattformen überwachen.

Keine Kommentare von Stripchat, Pornhub und Xvideos

Die Muttergesellschaft von Pornhub, Aylo, sowie die Eigentümer von Stripchat (WGCZ) und Xvideos haben nicht fristgerecht auf die Aufforderungen zur Stellungnahme reagiert. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Einstufung als sehr große Online-Plattform anzufechten. In den vergangenen Monaten haben bereits Amazon und der Modeversender Zalando Entscheidungen der Kommission angefochten.
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