Estland weist Leiter der russischen Kirche aus

Estland entlässt Leiter der russischen Kirche

Die estnische Regierung hat beschlossen, die Aufenthaltsgenehmigung für Metropolit Eugene von der Estnisch-Orthodoxen Kirche nicht zu verlängern, da er eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle. Der russisch-orthodoxe Geistliche, der mit vollem Namen Valeri Reshetnikov heißt, muss das Land bis zum 6. Februar verlassen, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk ERR am Donnerstag.

Gründe für die Ausweisung

Metropolit Eugene sei wegen seiner öffentlichen Äußerungen als Vertreter des Moskauer Patriarchats, die die russische Position im Konflikt mit der Ukraine unterstützten, als Gefahr für die Sicherheit eingestuft worden. Vertreter des Innenministeriums hätten mehrmals mit Reshetnikov gesprochen und ihm gesagt, er solle aufhören, in seinen Äußerungen das Regime des Kremls und die militärischen Aktionen Russlands zu rechtfertigen, sagte Indrek Aru, Sprecher des estnischen Grenzschutzes. Da Reshetnikov sein Verhalten nicht geändert habe und dieses nicht mit den Werten und der Rechtsordnung Estlands vereinbar sei, stelle sein Handeln eine Bedrohung für die Sicherheit dar. Aru fügte hinzu, dass die Handlungen sowohl des Moskauer Patriarchen als auch des Metropoliten Eugene die Sicherheitspolitik Russlands in Estland unterstützten. Das estnische Parlament hatte Russland zuvor zum Terrorstaat erklärt.

Der Konflikt zwischen Russland und Estland

Die Ausweisung von Metropolit Eugene aus der russischen Kirche ist ein weiterer Schritt in den angespannten Beziehungen zwischen Russland und Estland. Das NATO- und EU-Mitglied Estland hat den russischen Aggressionen und der Annexion der Krim im Jahr 2014 besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das Land hat auch seine Unterstützung für die Ukraine im Konflikt mit Russland zum Ausdruck gebracht. Die Ausweisung des russischen Geistlichen wird als Maßnahme gesehen, die Unterstützung für Russland in Estland einzudämmen und ein Zeichen für die Verteidigung der nationalen Sicherheit zu setzen.

Reaktionen auf die Ausweisung

Die Ausweisung von Metropolit Eugene hat sowohl in Estland als auch in Russland Reaktionen hervorgerufen. Während estnische Beamte die Entscheidung verteidigten und betonten, dass sie im Einklang mit den nationalen Sicherheitsinteressen stehe, kritisierte Russland die Maßnahme als politisch motiviert und als Einschränkung der Religionsfreiheit. Die russisch-orthodoxe Kirche bezeichnete die Ausweisung als „unbegründet und inakzeptabel“ und betonte, dass sie die Situation genau beobachten werde.

Ausblick

Die Ausweisung von Metropolit Eugene aus der russischen Kirche ist ein weiteres Beispiel für die angespannten Beziehungen zwischen Russland und den baltischen Staaten. Es bleibt abzuwarten, wie Russland auf diese Maßnahme reagieren wird und ob dies zu weiteren Spannungen zwischen den beiden Ländern führen wird. Estland hat mit dieser Entscheidung ein deutliches Zeichen gesetzt, dass es seine nationale Sicherheit schützen will und seine Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.

Leave a Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert