Putin verurteilt fast nackte Partygäste: Moskaus Kulturelite unter Beschuss

Putin verurteilt „fast nackte“ Partygäste

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine klare Botschaft an die kulturelle Elite Moskaus: Setzt eure Prioritäten richtig. In seiner ersten öffentlichen Reaktion auf eine umstrittene „fast nackte“ Party im Dezember, an der einige der Top-Prominenten Russlands in minimalistischer Kleidung teilgenommen hatten, zog Putin einen Vergleich zu den Soldaten, die in den Krieg des Kreml gegen die Ukraine geschickt wurden.
„Wir müssen auf die Jungs aufpassen, die von der speziellen Militäroperation zurückkehren“, sagte Putin am Dienstag laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS. „Diejenigen, die sich entschieden haben, dorthin zu gehen, kommen mit anderen Lebensprioritäten zurück. Man würde nicht mehr ohne Hosen auf einer Party herumspringen.“
Die Party führte zu einer rigorosen Unterdrückung der Showbiz-Elite durch den Kreml und zu einer Wiederbelebung der Anti-LGBTQ+-Rhetorik im Land. Einer der Partygäste, der Rapper Nikolai Vasilyev (Künstlername Vacío), der nur mit einer Socke über seinen Genitalien bekleidet war, wurde wegen „LGBT-Propaganda“ zu 15 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (ca. 2.000 Euro) verurteilt. Andere Teilnehmer wurden unter Druck gesetzt, sich öffentlich zu entschuldigen, als Teil einer kulturellen Säuberung, die an die Sowjetunion unter Josef Stalin erinnert.
Vacío erhielt auch eine Einberufung in die russische Armee. Mehrere prominente Putin-Anhänger schlugen Möglichkeiten vor, wie die Partygäste Wiedergutmachung leisten könnten. Ramsan Kadyrow, der autoritäre Herrscher Tschetscheniens und langjährige Verbündete Putins, forderte die Partygäste auf, sich freiwillig an die Front zu melden.
Putin selbst hatte sich bis Dienstag nicht öffentlich zu der Feier geäußert. Laut dem unabhängigen russischen Investigativmedium Agentsvо begann die Säuberung, nachdem dem russischen Präsidenten Aufnahmen von Partygästen gezeigt wurden, die Oralsex mit dem russischen Rapper Vacío simulierten.
Diese jüngsten Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen der russischen Regierung und der LGBTQ+-Gemeinschaft im Land. Unter Putin haben sich die Bedingungen für LGBTQ+ in Russland zunehmend verschlechtert. Im Jahr 2013 verabschiedete Russland ein umstrittenes „Propagandagesetz“, das die positive Darstellung von Homosexualität vor Minderjährigen unter Strafe stellt.
Diese repressive Politik hat zu einem Klima der Diskriminierung und Intoleranz geführt, in dem LGBTQ+-Personen physischer und verbaler Gewalt ausgesetzt sind. Die jüngste Verurteilung von Vacío und die öffentliche Demütigung der Partygäste zeigen, dass die russische Regierung weiterhin entschlossen ist, gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft vorzugehen und konservative Werte zu fördern.
Der Fall löste auch internationale Kritik an Russland aus. Menschenrechtsorganisationen und LGBTQ+-Aktivisten verurteilten die Verfolgung der Partygäste als Verletzung der Meinungsfreiheit und der Menschenrechte. Sie fordern die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Russland auszuüben, um die Rechte von LGBTQ+-Personen zu schützen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob Putin weitere Maßnahmen ergreifen wird, um die „fast nackte“ Party und ihre Auswirkungen auf die russische Gesellschaft zu thematisieren. Für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Russland ist jedoch klar, dass sie weiterhin mit Diskriminierung und Unterdrückung konfrontiert sein wird, solange die repressive Politik der Regierung anhält.

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